„Ich und Corona“ – Ein Schülerbericht

Von Timo Kraus
Der Wecker klingelt nicht. Muss er auch nicht. Zur Schule brauchen wir nicht. Trotzdem bin ich morgens immer zu „meiner Zeit“ wach. Das ist meist so kurz vor sechs. Meine innere Uhr tickt weiter. Auch zur Coronazeit!
Nach dem Aufstehen nutze ich meine „Freizeit“, um ein wenig an der Playstation zu spielen. Meist wacht mein Vater so gegen sieben Uhr auf, geht ins Bad und macht sich fertig. Er kann derzeit leider nicht arbeiten, da er Tourneebusfahrer ist und alle Veranstaltungen, Konzerte und Events durch die Regierungen abgesagt wurden. Besser ist das. Gut für uns – denn so haben wir Papa den ganzen Tag für uns. Man kann auch was Gutes sehen in Zeiten von Corona. Meine Mutter ist im Altenheim und kann nicht zuhause bleiben, weil ihre Kollegen und sie für die alten Menschen da sein müssen.
Wenn meine Schwester dann endlich mal wach ist (sie ist ein richtiger Langschläfer), machen wir Frühstück. Mein Vater macht meist frisches Rührei mit Brötchen. Oder ab und zu essen wir auch Cornflakes.
Nach dem Frühstück räumen wir gemeinsam auf und ich schaue mir zuerst im iServ an, ob neue Aufgaben hinzugekommen sind. Wenn ja, werden diese ausgedruckt und nach Abgabetermin sortiert. So verliere ich nicht die Übersicht, über das, was in nächster Zeit abzugeben ist.
Dann erledige ich alle wichtigen Aufgaben für die Schule und scanne sie zusammen mit meinem Vater ein, um sie anschließend zu den jeweiligen Lehrern zu schicken. Auch die müssen arbeiten. Von zuhause aus wahrscheinlich. Aber das funktioniert ganz gut. Langweilig wird es jedenfalls nicht. Nicht für die Lehrer und nicht für uns. Papas Oma hat früher immer gesagt „Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche!“
Nachmittags machen wir dann meist einen Spaziergang mit Mama, meiner Schwester und unserem Hund Muck oder wir machen eine kleine Radtour durch Huckingen. Vor der Corona-Krise bin ich oft mit dem Rad zu meinen Freunden gefahren. Das vermisse ich derzeit sehr. Freunde treffen. Oma und Opa aus dem Sauerland können wir leider auch nicht besuchen zurzeit. Das ist sehr schade. Aber wir halten uns natürlich an die Kontaktsperre und ich freue mich umso mehr darauf, demnächst endlich wieder ins Sauerland fahren zu können, um einen schönen Tag bei Oma und Opa verbringen zu können.
Zum Glück kann ich meine anderen Großeltern noch sehen. Die wohnen ganz in der Nähe und sind etwas jünger.
Wir machen uns die Zeit zuhause so schön es eben geht. Meine Schwester und ich sind normalerweise jeden Dienstag beim Kung Fu Training. Dort können wir verständlicherweise auch nicht hin. Aber glücklicherweise hat uns die Kung Fu Schule die Chance gegebene, online per YouTube dennoch unser Training zu machen. So, als wären wir in der Trainingshalle. Eben nur zuhause. So bleiben wir fit und es wird nicht langweilig.
Trotzdem freue ich mich, wenn das alles bald vorbei ist. Freunde treffen, Ausflüge mit der Familie machen und Schule – das fehlt einem doch sehr!
Timo Kraus (mit ein klein wenig Hilfe von seinem Vater) 😉

3 Antworten auf „„Ich und Corona“ – Ein Schülerbericht“

  1. Du schreibst bestimmt vielen aus der Seele 😍 und gehst sehr vorbildlich mit unserer Situation um, das beste draus zu machen. Schön geschrieben, weiter so. 😁 Lg Claudia

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